04.03.2026

Saatgut teilen – Vielfalt ernten: Saatgutbibliothek startet in das neue Gartenjahr

Gabriele Karla, Bibliotheksleiterin und Hobbygärtnerin, stöbert hin und wieder auch in der Saatgutbibliothek. Fotos: Stadt Bernau/Cornelia Schach (Bild: 1/2)

Pressemitteilung 75/2026 der Stadt Bernau

Das frühlingshafte Wetter mit deutlichen Plusgraden lockt zahlreiche Hobbygärtner raus auf ihre „Schollen", denn jetzt beginnt die Aussaat-Zeit.

Wer dafür noch passendes Saatgut benötigt, wird als Leserin und Leser der Stadtbibliothek an der Breitscheidstraße 43b und ihrer Zweigstelle in Schönow an der Schönerlinder Straße 25a fündig. Nicht nur Literatur zum fachgerechten Gärtnern ist dort vorhanden, sondern seit Januar 2025 auch die Saatgutbibliothek „Keimzelle".

Die Hobbygärtner finden in der „Keimzelle" Saatgut des Vereins zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen, kurz VERN. Dabei stoßen sie auf so spannende alte Sorten wie Purpursonnenhut, Weinraute und Pimpinelle, Salat Struwwelpeter, Möhre Kämpe, Radies Purple Plum oder auch Tomate Yellow Cherry.

So funktioniert die Saatgutbibliothek
Aber auch Saatgutspenden von enthusiastischen Gartenfreunden werden inzwischen in der Bibliothek angeboten. Diese Samentütchen sind mit einem roten Balken und der Aufschrift Saatgutspende, mit dem Namen der Sorte und der idealen Aussaatzeit gekennzeichnet.

„Mit Sabine Keller haben wir eine ehemalige Floristin im Team, die mit Sachverstand und Leidenschaft dieses Angebot betreut, das sich in der Stadtbibliothek im ersten Obergeschoss bei den Fachbüchern zum Thema Garten und Pflanzen befindet", berichtet Bibliotheksleiterin Gabriele Karla.

Die Saatgutbibliothek funktioniert im Prinzip wie die Stadtbibliothek selbst. Nur dass anstelle von Büchern oder anderen Medien Samen ausgeliehen werden können. Diese säen die Hobbygärtner aus und geben nach der Ernte möglichst viel geerntetes Saatgut an die Bibliothek zurück. Dieses wird dann anderen Nutzern zur Verfügung gestellt.

„Wir freuen uns, dass die Saatgutbibliothek so gut angenommen wird und keine Einbahnstraße ist", erklärt die Bibliotheksleiterin. Die Idee hat wirklich gefruchtet: Die Bibliothek bekommt von den Bernauerinnen und Bernauern bereits Saatgutspenden zurück – im wahrsten Sinne des Wortes quer durch den Gemüsegarten.

Garten-Talk geplant
Um die Saatgutbibliothek noch bekannter zu machen, hatte Bibliotheksleiterin Gabriele Karla im vergangenen September eigens an der Pflanzentauschbörse der FRAKIMA-Werkstatt auf dem Kulturhof teilgenommen und mit einem jahreszeitlich aktuellen Sortiment an Samen aufgewartet. „Dort konnte ich einige Hobbygärtner für unser Angebot interessieren. Im Nachgang sind dann zahlreiche Samenspenden bei uns eingegangen", freut sich Gabriele Karla darüber, dass ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trug. Deshalb wird sie auch am 19. September 2026 wieder mit der Saatgutbibliothek bei der Pflanzentauschbörse vertreten sein.

Außerdem plant die Bibliotheksleiterin für Ende März zum Start in das Gartenjahr Interessierte zu einem ungezwungenen „Garten-Talk" mit einem fachkundigen Gesprächspartner in das Lesecafé einzuladen, damit sich die Hobbygärtner untereinander austauschen, Fragen loswerden und miteinander vernetzen können.

Ziel der Saatgutbibliothek
„Ziel der Saatgutbibliothek ist es, die Vielfalt an Kräutern, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzen, die verschiedensten Sorten und Unterarten, die sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte herausgebildet haben, zu erhalten und diese Pflanzen in Form von Samen an die Bernauerinnen und Bernauern weiterzugeben", beschreibt Gabriele Karla den Sinn und Zweck der Saatgutbibliothek. Denn wer erinnert sich nicht gern an den alten Apfelbaum in Opas Garten oder die Radieschen aus Omas Gemüsebeet? Mit VERN, dem Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen, hat die Stadtbibliothek einen kompetenten Partner an ihrer Seite.

Saatgutspenden weiterhin erwünscht
Um das Angebot der Saatgutbibliothek „Keimzelle" weiter auszubauen und für das neue Gartenjahr ein breites Saatgutsortiment anbieten zu können, freut sich das Team der Bibliothek weiterhin über die Unterstützung durch die Bernauerinnen und Bernauer. Die Samenspenden sollten sorgfältig getrocknet und in einem beschrifteten Umschlag (Pflanzenart, Sorte, Erntejahr) verpackt in der Stadtbibliothek abgegeben werden.

„Nicht aufgebrauchtes Saatgut aus gekauften Beständen nehmen wir nicht entgegen. Wir suchen Saatgut von sortenreinen und selbst gezogenen Pflanzen, sowohl von Gemüsesorten als auch von Blühpflanzen. Besonders wichtig ist, dass das gespendete Saatgut aus natürlicher Züchtung stammt und samenfest ist", erklärt Gabriele Karla. Das Saatgut der „Keimzelle" ist nur für den privaten Garten und Balkon und nicht für gewerbliche Zwecke bestimmt.

Die Saatgutbibliothek „Keimzelle" ist ein Projekt, das auf einem Beschluss der 7. Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2023 beruht.


Die Saatgutbibliothek befindet sich in der Stadtbibliothek Bernau
Breitscheidstr. 43b
16321 Bernau bei Berlin
und in der Zweigstelle im Ortsteil Schönow
Schönerlinder Str. 25a
Weitere Informationen erhalten Sie unter Telefon 03338 76 35 20.


 

 

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