Das mittelalteriche Treiben im Stadtpark
Im Stadtpark kann man an allen drei Tagen in mittelalterliches Treiben eintauchen, den Bernauer Briganten und ihren Gästen beim Kämpfen zuschauen sowie das Geschick von Gauklern und Akrobaten bestaunen. Ein Magnet für die Kinder werden wieder der Rummel und die Kinderangebote im mittelalterlichen Festgebiet sein.
Den Abschluss des Festes markiert traditionell am Sonntag ab 16.30 Uhr die „Schlacht um Bernau". Anschließend gibt es auf der großen Bühne mit allen Akteuren noch einen Ausblick auf ein freudiges Wiedersehen im kommenden Jahr.
Es war einmal ...
So fängt auch die Bernauer Geschichte des Hussitenfestes an. Der Ursprung für diese Feierlichkeit geht auf das Jahr 1432 zurück. Vor 594 Jahren gelang es den Hussiten während ihres Feldzugs durch die Mark Brandenburg nicht, Bernau zu erobern. Die Bernauer dankten Gott, dass sie die Hussiten erfolgreich zurückschlagen konnten und feierten, dass ihre Stadt nicht zerstört wurde. An dieser Tradition wurde lange festgehalten, bis sie einschlief und fast in Vergessenheit geriet. Seit 1992 erlebt das Fest eine ungeahnte Renaissance und zieht tausende Besucher in die größte Stadt des Barnims.
Übrigens schlagen die Bernauer niemanden mehr in die Flucht, der ihre fast vollständig erhaltene, etwa 1.500 Meter lange und acht Meter hohe Stadtmauer passieren will, sondern freuen sich, wenn möglichst viele Gäste mit ihnen das Hussitenfest feiern.
Die Strohwiese
Für die kleinen und großen Bernauerinnen und Bernauer und ihre Gäste wird es beim bunten Mittelalter-Spektakel auf der Strohwiese vom 12. bis 14. Juni viel zu bestaunen geben.
Die Bernauer Briganten und ihre ausländischen „Feinde" lagern mit ihren Zelten von Anbeginn des Festes bis zum Ende auf dem Platz hinter dem Stadtgärtnerhaus und werden in spannenden Mann gegen Mann Kämpfen ihr Können unter Beweis stellen und den Besuchern so manches anerkennende Raunen wegen ihrer Tapferkeit im Kampf entlocken. Nachwuchsritter beweisen sich beim Bogenschießen und anderen ritterlichen Disziplinen.
Ein Marktplatz mit Handwerk und Handel aus vergangener Zeit lockt die Besucher an. Zu finden sind dort die Ferratus-Schmiede und das Badehaus, wo einerseits die Kunst des Schweißens gezeigt wird, aber direkt daneben auch der Schweiß im Zuber abgewaschen und entspannt wird. Wie im Mittelalter werden dort kleine und große Blessuren behandelt, faule Zähne gezogen, Pestbeulen entfernt und Massagen angeboten.
Schenken und Tavernen sorgen sich um das leibliche Wohl des Volkes. Die mittelalterliche Atmosphäre lässt sich bei einem Becher Wein oder bei gutem Bernauer Gerstensaft – selbstgebraut, versteht sich – genießen. Darüber hinaus bringen allerlei Spielleut alte Melodien auf ihren historischen Instrumenten zu Gehör und in den Abendstunden vollführen waghalsige Jongleure ihre Kunst mit brennenden Fackeln.
Kommen und verzaubern lassen
Auf der Strohwiese kann DeFundus bei Tanz, Gauklerei und Jonglage zugesehen werden. In diesem Jahr befördern die Artisten Obst und Gemüse in teilweise luftige Höhen. Doch wenn sie die Grashalme auf der Strohwiese zählen – bitte nicht stören!
Bunt, laut und charmant – das sind DeFundus, die Jungs von nebenan. Da fliegen die Keulen und schwingen die Röcke. Ganz nach dem Motto: Groß und Klein – hier müsst ihr sein. Überall wo sie auftauchen, geht ein Raunen durch die Menge. Sei es wegen der sympathisch-witzigen Jonglage oder der spannend-stimmungsvollen Flammenbilder am Abendhimmel der Strohwiese. Unterstützt wird das Trio auch dieses Jahr wieder von Madlen/Devi-Dance, ihrer Schwester im Gauklergeiste und so darf das werte Publikum gespannt sein auf ein vielfältiges Repertoire aus Illusionen, Funkenflug und allerlei Schabernack.
Das Mittelalter live erleben
Bei LAWIDU in der Burg so klein, sitzt Rapunzel ganz allein. Wer wird sie mutig wohl befreien? Denn Drachen halten dort die Wacht, bei Tag und auch bei Nacht, mit großer Macht. Kommet her, seit stark und klug, mit Armbrust, Pfeil und festem Zug, jagen wir sie fort geschwind bis alle Drachen verschwunden sind!
An einer reich gedeckten Tafel macht LAWIDU das Leben im Mittelalter live erlebbar und wartet mit Gauklerei, Musik und Tanz auf, aber wenn sich jemand danebenbenehmen sollte, stehen Pranger und Schandgeige nebst anderen mittelalterlichen Waffen wie Armbrüste, Bögen und Langwaffen schon bereit. Die Kinder dürfen dort beim Armbrustschießen Rapunzel vom Zauber der Drachen aus einer Burg befreien.
Bei EVOCATUM können Kids ihre Kräfte beim Baumstamm-Tauziehen unter Beweis stellen oder die Kunst des Brettchenwebens erlernen. Bei verschiedenen Geschicklichkeitsspielen steht der Gedanke des Miteinander-Spielens und Spaß-Habens im Mittelpunkt.
Auch die FRAKIMA ist wieder mit ihren Zelten rund um Kunsthandwerk an der Lichtung vertreten.
Der Geist aus der Lampe
Mit „Der Geist aus der Lampe" erzählt Cassalera ein neues märchenhaftes Abenteuer über Armut und Hoffnung, über Verführung und Vertrauen – und über die Frage, wem man glauben darf. Neben ihrem märchenhaft-musikalischen Theaterstück ist auch der Drache wieder mit dabei. Hin und wieder dreht er während des Festes seine Runden über den Markt und verbreitet freudige Stimmung. Wer die Augen offen hält, kann ihm vielleicht begegnen. Aber aufgepasst: In diesem Jahr ist noch ein anderer Drache unterwegs.