Die Spielzeugburg
In der aktuellen Sonderausstellung im Museum im Henkerhaus steht eine Spielzeugburg mit einer besonderen Bernauer Geschichte. Diese Burg baute der Anfang des 20. Jahrhunderts geborene Kurt Heise für seinen Sohn Ralf in den ersten Jahren des zweiten Weltkriegs.
Kurt Heise war gelernter Elektroinstallateur und seit 1929 Maschinist im städtischen Werk Berlin-Buch. Die Familie Heise wohnte in Bernau. Am 30. Januar 1945 wurde Kurt Heise zum Wehrdienst eingezogen und fiel kurz vor Kriegsende am 18. April 1945 in Schierke im Harz.
„Das Burgmodell ist überaus detailreich gestaltet und verfügt über zwei Tortürme, einen Wachturm und einen Bergfried. Des Weiteren gibt es zwei Zugbrücken, sechs Türen und zwei Tore, die alle noch voll funktionstüchtig sind. Zur besseren Handhabung baute Kurt Heise sogar noch eine klappbare Mauer ein. Unter der Burg befindet sich ein Schubfach zum Verstauen der dazugehörigen Spielsachen“, erläutert Paul Albrecht, der ein Praktikum im Museum Bernau absolvierte.
Heute gehört die Burg dem Museum Bernau. Sie steht in der Spielzeugausstellung „Von Eisenbahn und Puppenstube – Eine Reise durch die Spielzeuggeschichte“ für eine Zeit, in der es für die meisten Kinder nicht selbstverständlich war, Spielzeug zu besitzen. Die Spielzeugburg ist ein Dauerexponat im Museum im Henkerhaus und kann auch über die Sonderausstellung hinaus bewundert werden.
Geöffnet ist das Museum im Henkerhaus dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, samstags, sonntags sowie feiertags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.