Die Mausefalle
In der „Schwarzen Küche" des Museums im Henkerhaus lässt sich ein besonderer historischer Alltagsgegenstand entdecken: eine Mausefalle, die vermutlich aus dem 18. bis 19. Jahrhundert stammt und zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen eingesetzt wurde.
Konstruiert ist die Falle als nach oben offener Würfel. An einer der Seitenwände befindet sich eine kleine Öffnung, durch die Nagetiere mithilfe eines Köders gelockt werden. Der hierfür genutzte Speck wird an einem kleinen Holzstab mit einem Faden befestigt und ebenfalls durch die Öffnung gesteckt. Dieser Strick führt über einen Hebel zu einer schweren Holzplatte, die das Gehäuse nach oben hin abschließt. Frisst das Tier den Köder und beißt dabei den Faden durch, wird die Holzplatte freigegeben, fällt herab und erschlägt das Tier.
Seit der Mensch in größeren Siedlungen zusammenlebt, stellen Ratten und Mäuse eine ständige Gefahr für Lebensmittel und Gesundheit dar. Während der Rattenfloh als Überträger der Pest die Menschen direkt bedrohte, fraßen sich Mäuse durch die Vorräte oder verunreinigten sie mit ihren Ausscheidungen. Erfindungen wie diese Mausefalle dienten dazu, genau diese Risiken zu minimieren.
„Früher war der Schutz der Lebensmittel überlebenswichtig. Ratten oder Mäuse haben damals ganze Ernten mit Krankheitserregern infiziert. Solche Fakten finde ich spannend, auch die doch einfache und zugleich effektive Lösung der Menschen in der damaligen Zeit", sagt Tim Richter, der sein einjähriges Freiwilliges Soziales Jahr in der Pressestelle der Stadt Bernau absolvierte.
Geöffnet ist das Museum im Henkerhaus dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, samstags, sonntags sowie feiertags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr.