26.01.2026
Sonderführung zu Skulpturensammlung der Waldsiedlung Bernau
Pressemitteilung 33/2026 der Stadt Bernau
Wie verschwindet eine Bronzeskulptur? Was geschieht, wenn sie Jahre später wieder auftaucht und niemand weiß, wer sie geschaffen hat? Und welche stummen Zeugen waren die Skulpturen der Waldsiedlung Bernau, während sie Teil der abgeschirmten Wohnsiedlung der DDR-Staatsführung waren?
Diesen und weiteren Fragen geht eine besondere Führung am Samstag, dem 31. Januar 2026, um 11.30 Uhr im Kunstraum Innenstadt nach. Die Veranstaltung gewährt seltene Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Skulpturensammlung der Waldsiedlung Bernau.
„Viele Figuren der Skulpturensammlung haben eine recht abenteuerliche Geschichte. In den letzten 13 Jahren konnten wir durch aufwändige Recherchearbeiten dafür sorgen, dass von allen Skulpturen eindeutig geklärt ist, wer sie einst erschaffen hat", berichtet Sabine Oswald-Göritz aus dem Kulturamt der Stadt Bernau. Die früher häufig anzutreffende Beschilderung „Künstler unbekannt" gehört somit der Vergangenheit an. Allerdings gelten vier Skulpturen weiterhin als verschollen.
Die Waldsiedlung Bernau wurde ab 1958 als gesicherte Wohnstätte für die politische Führung der DDR errichtet. Von Beginn an war die Einbindung von Kunst in die gärtnerische Gestaltung vorgesehen. Bronzeplastiken und Sandsteinskulpturen fanden ihren Platz in der abgeschirmten Anlage. Bis 1990 blieben sie dort ohne öffentliche Wahrnehmung. Mit der Öffnung des Geländes begann für viele Werke ein teils abenteuerlicher Weg: Versetzungen, Verluste, Wiederentdeckungen. Erst 2010 wurden die Skulpturen durch die Stadt Bernau gesichert und anschließend restauriert. Seit 2013 bietet der Kunstraum Innenstadt ihnen einen geschützten Ort der öffentlichen Präsentation.
Im Anschluss an die Führung wird ein Filmporträt über die Bildhauerin Lore Plietzsch gezeigt, Jahrgang 1930, die mit ihrer Bronzeplastik „Schwimmerin" (1962) in der Sammlung vertreten ist. Sie ist die einzige der beteiligten Künstlerinnen und Künstler, die noch persönlich befragt werden konnte.
Die Teilnahme an der Sonderführung ist kostenfrei.
Um Anmeldung wird gebeten.
Kontakt:
Kulturamt der Stadt Bernau bei Berlin
Telefon: 03338 / 365 311
E-Mail: kulturamt@bernau-bei-berlin.de