27.01.2026
Gemeinsames Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Pressemitteilung 34/2026 der Stadt Bernau
Am Dienstag, dem 27. Januar 2026, wurde an mehreren Orten in Bernau an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Bernauerinnen und Bernauer folgten dem gemeinsamen Aufruf der Stadt und legten Blumen und Kränze nieder.
In Schönow versammelten sich um 10 Uhr rund zwölf Bewohnerinnen und Bewohner des Ortsteils am Ehrenmal an der Kirche, darunter der Ortsvorsteher Alexander Morzinek und Bürgermeister André Stahl. Das Gedenken hat hier eine lange Tradition. Vor Ort wird sowohl der Opfer des Faschismus gedacht als auch jener Menschen, die sich mutig gegen das Regime stellten und dafür mit ihrem Leben bezahlen mussten.
„Gerade in Zeiten wie diesen, in denen Gewalt immer häufiger als Mittel politischer Auseinandersetzung eingesetzt wird, müssen wir entschlossen an einer standhaften Demokratie festhalten. Eine Demokratie, die weder ausgehöhlt noch infrage gestellt werden darf", so André Stahl.
Am Bahnhofsvorplatz kamen um 11 Uhr etwa 45 Personen zusammen, um am Mahnmal für die Opfer des Faschismus gemeinsam zu gedenken. Gut eine halbe Stunde lang lauschten die Anwesenden der Musik und den Worten der Gleichstellungsbeauftragten Fanny Behr, die im Namen der Stadt sprach. Sie erinnerte daran, dass das Gedenken nicht nur der Vergangenheit gilt, sondern auch Verantwortung für die Gegenwart einfordert: „Wir trauern um die Bernauer Bürgerinnen und Bürger, die auch in unserer Stadt diskriminiert, verfolgt, vertrieben oder deportiert wurden. Mit unserer Geschichte sind wir unlösbar verbunden – im Guten wie im Bösen. Wir brauchen und wir haben die Kraft, uns der Wahrheit zu stellen, ohne Beschönigung und ohne Einseitigkeit. Wenn wir das nicht tun, werden wir blind für die Aufgaben der Gegenwart. Dazu gehört vor allem, jeder Gefahr der Wiederholung entgegenzuwirken."
Der Zugang zum Denkmal für die Opfer des Faschismus war trotz andauernder Sanierungsarbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz möglich, sodass Kränze und Blumen niedergelegt werden konnten.
Das Denkmal besteht aus einem Steinwürfel mit etwa 1,5 Metern Kantenlänge, auf dem sich eine Flammenschale aus Bronze befindet. An der Stirnseite des Denkmals ist die Inschrift UNRECHT BRACHTE MILLIONEN DEN TOD zu lesen. Links und rechts sind jeweils zwei rote, auf die Spitze gestellte Metalldreiecke befestigt, an der rückwärtigen Seite ein grüner Metallring. Die roten Dreiecke sind sogenannte „rote Winkel", die zur NS-Zeit als Kennzeichnung für Häftlinge in den Konzentrationslagern verwendet wurden.
Ebenfalls Teil des Denkmals ist eine Gedenktafel, die unweit des Steinwürfels in den Boden eingelassen ist. Sie erinnert an die Sinti, die in der Nähe des Bahnhofs wohnten und infolge rassistischer Ideologie 1943 nach Auschwitz deportiert wurden.
Eine dritte Gedenkveranstaltung fand in diesem Jahr auch in Lobetal statt. Dort versammelten sich um 13 Uhr mehr als 70 Bürgerinnen und Bürger am Gedenkstein der Kirche und ergänzten den Tag des Erinnerns um einen weiteren wichtigen Ort in Bernau.