24.09.2026
Fruchtbarer Austausch zu Gewitter, Hagel und Starkregen
Pressemitteilung 405/2026 der Stadt Bernau bei Berlin
Im Sommer 2019 reichte ein dreißigminütiger Starkregen aus, um die Bernauer Innenstadt unter Wasser zu setzen. Starkregenereignisse wie diese werden nach Prognosen von Klimaforschenden immer häufiger, wodurch das Risiko für lokale Überschwemmungen stark zunehmen wird. Um auf Ereignisse wie diese vorbereitet zu sein, beschloss die Stadtverordnetenversammlung Ende 2025 die Erstellung eines Handlungskonzepts zum Thema Starkregen, um eine konkrete Grundlage im Bereich der Starkregenvorsorge in der Stadt Bernau zu schaffen. Nun hat die Stadt im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am Donnerstag, dem 17. September, erste Ergebnisse dieses Konzepts öffentlich vorgestellt.
Präsentiert wurden Gefahrenkarten, aus denen hervorgeht, welche Bereiche im Bernauer Stadtgebiet im Falle von Starkregenereignissen insbesondere auf Grundlage der Topgrafie gefährdet sind. Zudem wurde das weitere Vorgehen bei der Risikoanalyse sowie generelle Maßnahmen für Kommunen und Privatpersonen vorgestellt.
„Es war geplant, dass Bürgerinnen und Bürger auch ihre Erfahrungen und Einschätzungen mit uns teilen können. Dass letztendlich aber so ein fruchtbarer Austausch entstanden ist und auch Probleme und Bereiche genannt wurden, die bisher noch nicht berücksichtigt wurden, macht die Veranstaltung zu einem sehr erfolgreichen Format", berichtet Andrea Liebner, die Klimabeauftragte der Stadt Bernau.
Im Anschluss an die Infoveranstaltung folgte ein anregendes Ökofilmgespräch zur Dokumentation „Risiko Extremwetter – Gewitter, Hagel und Starkregen". Die Teilnehmenden kamen mit Prof. Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Stephan Garkisch als Geschäftsführung vom Wasser- und Bodenverband Finowfließ und Eva Wiktorowski von der Abteilung Stadtentwässerung der PFI Planungsgemeinschaft GmbH, welche mit dem Starkregenkonzept der Stadt Bernau beauftragt ist, ins Gespräch. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Leiterin der Ökofilmtour Katrin Springer.
„Die Tatsache, dass die Teilnehmenden bis 20.30 Uhr noch tief in Gespräche verwickelt waren, zeigt, dass das Interesse und das Bewusstsein für die Herausforderungen rund um das Thema Starkregen und Klimaanpassung da ist. Mit so einem Infotag, bestehend aus Austausch und Entertainment, haben wir viele Bürgerinnen und Bürger abgeholt", so die Klimabeauftragte, die für beide Veranstaltungen insgesamt über 50 Teilnehmende zählte.
Bei dem diesjährigen Ökofilmgespräch handelt es sich um eine Veranstaltung vom Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz e.V. in Kooperation mit BarnimDenktWeiter als Regionalgruppe Barnim Süd BUND e.V. und der Stadt Bernau.
Der nächste Schritt im Rahmen des Handlungskonzepts Starkregen wird sein, dass aus den Ergebnissen der Gefährdungs- und Risikoanalyse ein konkreter Maßnahmenkatalog abgeleitet wird. Dass Bernau schon jetzt aktiv ist, zeigen beispielsweise verschiedene Entsiegelungsmaßnahmen und Renaturierungen im Stadtgebiet. Als eine weitere Maßnahme ist unter anderem geplant, die Starkregengefahren auf dem Geoportal der Stadt öffentlich zur Verfügung zu stellen.
Die Erstellung des Handlungskonzeptes wird vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) des Landes Brandenburg im Rahmen des Programms „Anpassung an den Klimawandel in den Bereichen Starkregenvorsorge sowie denkmalgeschützte Garten- und Parkanlagen im Land Brandenburg" gefördert. Die Förderung wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Die Projektbetreuung erfolgt über die ILB (Investitionsbank des Landes Brandenburg).