30.10.2026
Einsatz für Gleichstellung und gegen Gewalt an Frauen wird in Bernau großgeschrieben
Pressemitteilung 457/2026 der Stadt Bernau bei Berlin
Eher verwaltungsuntypisch verwandelt sich der Bürgersaal im Neuen Rathaus Bernau mindestens einmal im Jahr in einen Kinosaal. Da flimmern Kino-Filme wie „Barbie" genauso auf der Leinwand wie politische Dokumentationen zur Emanzipation der ersten Bundestagsabgeordneten. Es gibt Popcorn und Getränke und tiefgründige Diskussionen. Treibende Kraft ist die Gleichstellungs-beauftragte Bernaus, Fanny Behr, die gemeinsam mit den Frauen der Pressestelle Veranstaltungen wie die Ladies Night im November, One Billion Rising im Februar oder Lesungen und Workshops im Rahmen rund um den internationalen Frauentag organisiert. Hauptanliegen ist die Gleichstellung, wobei ein Schwerpunkt darauf liegt, Aufklärung und Hilfen anzubieten gegen jede Art von Gewalt gegen Mädchen und Frauen in Bernau.
Gleichstellung bedeutet, dass alle die gleichen Möglichkeiten, Rechte und Pflichten haben, unabhängig vom Geschlecht. Bestehende Benachteiligungen im Alltag und in der Gesellschaft sollen aktiv abgebaut werden, um eine Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen zu ermöglichen. „Der Alltag zeigt, dass das Thema immer wieder angesprochen werden muss. Viele sind der Meinung, Frauen seien gleichgestellt. Aber tatsächlich bleiben häufig die Frauen zuhause, wenn die Kinder krank sind oder nehmen den Großteil der Elternzeit. Tatsächlich bekommen die Frauen die Doppelbelastung von Beruf und Familie stärker zu spüren und tatsächlich arbeiten mehr Frauen in Teilzeit, was sich auch finanziell auswirkt – im Berufsleben und erst recht später bei der Rente", so Fanny Behr.
Die Gleichstellungsbeauftragte arbeitet seit mehr als zehn Jahren in dem Bereich und bemerkt in Beratungsgesprächen immer wieder, dass Frauen wichtige Anlaufstellen nicht kennen. Die Thematik Gewalt gegen Frauen taucht dabei auch immer wieder auf. In Bernau sollen sich Frauen genauso gehört fühlen wie Männer. Es soll keine Angsträume in der Stadt geben und Bernau soll für alle eine lebens- und liebenswerte Stadt sein.
Um solche Themen aus den Nischen zu holen, werden für Veranstaltungen zum Frauentag oder zum Aktionstag gegen Gewalt an Frauen bekannte Gesichter aus den Medien wie Sonja Koppitz oder Amelie Ernst als Multiplikatorinnen und Interessensvertrete-rinnen eingebunden. „In Bernau sollen nicht nur an prominenter Stelle Fahnen wehen oder diskrete Hinweise auf Damentoiletten befestigt werden. Wir müssen über Probleme und Lösungen offen sprechen und klar Hilfsangebote benennen", so Fanny Behr.
Die offene Kommunikation über die noch notwendigen Anstrengungen, um Gleichstellung zu erreichen, soll das Thema mutig nach vorn bringen. „Knallige Farben und lockere Überschriften wie unsere Ladys Night sollen nichts verharmlosen. Wir wollen aber den Menschen die Angst vor dem Thema nehmen und es greifbarer machen", so Fanny Behr.
Im November findet ein zweiter Selbstverteidigungskurs für Frauen statt, in dem Frauen sich mit Unterstützung einer geschulten Trainerin auf typische Angstsituationen vorbereiten können. Die Ladies Night findet in diesem Jahr am 20. November, ab 16.30 Uhr im Bürgersaal im Neuen Rathaus statt. Unter dem Motto „Täter im eigenen Umfeld: Wenn Vertrauen schützt, was unrecht ist" wird der Film „Schwesterherz" gezeigt. Moderatorin Sonja Koppitz wird gemeinsam mit Regisseurin Sarah Miro Fischer in den Film einführen und nach der Vorführung über das Gesehene sprechen.