02.10.2026
Ein Stück Zukunft für Bernau: Bahnhofsvorplatz klimarobust umgestaltet
Pressemitteilung 422/2026 der Stadt Bernau bei Berlin
Das Baggern, Buddeln und Pflanzen auf dem Bahnhofsvorplatz hat ein Ende, die Bauzäune sind fast verschwunden und das Wasser sprudelt: Die klimarobuste Umgestaltung des Bernauer Bahnhofsvorplatzes ist abgeschlossen. Damit ist die Leuchtturm-Maßnahme des Projekts Bernau.Pro.Klima umgesetzt. Aus einem stark versiegelten Verkehrsknoten ist ein grüner und einladender Platz entstanden, der besser auf Hitze und Starkregen vorbereitet ist und den Menschen einen attraktiveren Raum zum Ankommen, Warten und Verweilen bietet.
Der Bahnhofsvorplatz gehört zu den Orten, die Bernau jeden Tag in Bewegung halten. Pendlerinnen und Pendler eilen zum Zug, Kinder fahren mit dem Bus zur Schule, Gäste der Stadt kommen hier an. Umso anspruchsvoller war es, diesen zentralen Platz bei laufendem Betrieb grundlegend umzugestalten. Dass dies gelungen ist, ist das Ergebnis vieler Beteiligter – und ist auch der Geduld und Rücksichtnahme der Bernauerinnen und Bernauer zu verdanken.
„Der neue Bahnhofsvorplatz ist fertiggestellt: Er ist ein Beleg dafür, wie sich die Stadt auch unter veränderten klimatischen Bedingungen weiterentwickeln kann – grüner, widerstandsfähiger und mit mehr Lebensqualität für die Menschen, die hier jeden Tag unterwegs sind", freut sich Bürgermeister André Stahl.
Aus Grau wird Grün
Schon bei der Planung konnten die Bürger mitentscheiden, wie „ihr" Bahnhofsvorplatz einmal aussehen soll. Bei einer Abstimmung im Jahr 2021 setzte sich die nun realisierte Variante durch. Ihr Herzstück: mehr Bäume, mehr Grün und mehr Aufenthaltsqualität. Jetzt prägen klimaresiliente Silberlinden, Zerr-Eichen, Japanische Schnurbäume, Baumhasel, Gleditsien, Hopfenbuchen und Amberbäume das neue Bild. Wo früher Gehwegplatten dominierten, wachsen Katzenminze, Lavendel, Storchenschnabel, Stauden und Gräser. Entsiegelte Flächen, vergrößerte Baumscheiben sowie wasser- und luftdurchlässige Beläge helfen, Regenwasser besser aufzunehmen und sommerlicher Hitze entgegenzuwirken. Gleichzeitig entstehen neue Lebensräume für Insekten.
Eine neue Qualität bringt die begehbare Wasserfläche auf den Platz. Ihre Fontänen versprechen an heißen Tagen Abkühlung und die Beleuchtung am Abend lässt den Platz erstrahlen. Ein Trinkwasserbrunnen und ein Kneipp-Armbadebecken ergänzen das Angebot. Unter der begrünten Pergola laden Sitzbänke zu einer Pause ein. „Bei den Planungen haben wir an zusätzliche Fahrradanlehnbügel, Sitzmöglichkeiten, Abfallbehälter, einen WC-Container und weitere Ausstattungselemente gedacht. Dies macht deutlich: Bei der Planung ging es uns nicht allein um Klimaanpassung, sondern ebenso um die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen, die diesen Ort täglich nutzen", erklärt Torsten Balk, vom städtischen Bauamt.
Bahnhofsvorplatz als Verkehrsknotenpunkt
Auch als Verkehrsknotenpunkt wurde der Bahnhofsvorplatz gestärkt. Seit Anfang August ergänzt eine dritte Busspur mit überdachtem Bussteig, Beleuchtung, Sitzgelegenheiten und taktilen Platten das Angebot. Die Neuordnung der Bussteige sorgt für mehr Übersicht und Sicherheit im täglichen Busverkehr. Der Taxi-Haltepunkt hat eine weitere Wartefläche nahe der Zufahrt zur Parkpalette erhalten.
Die Baumaßnahme für den dritten Bussteig kostete insgesamt 410.000 Euro, wobei der Landkreis Barnim die Maßnahme im Rahmen seiner Richtlinie zur Verwendung von Fördermitteln zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im ÖPNV mit etwas mehr als 133.000 Euro unterstützt hat.
In die klimarobuste Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes investierte die Stadt knapp 1,3 Millionen Euro. Rund 600.000 Euro stammen aus dem Förderprogramm Nachhaltige Stadtentwicklung des Landes Brandenburg, kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).