Margit-Schötschel-Gedenktafel
Margit Schötschel (1933–2017) war eine Bildhauerin, deren Werke bis heute das Stadtbild von Bernau prägen. Seit 1960 lebte sie in Biesenthal und engagierte sich ab 1969 in der Kreativarbeit mit Menschen mit Behinderungen in Lobetal. Dort gründete sie eine Werkstatt, organisierte Ausstellungen und förderte die künstlerische Ausdruckskraft ihrer Schützlinge. Ihr Wirken gilt als wegweisend für eine inklusive Kunstpraxis, die Teilhabe und Kreativität miteinander verbindet.
Zu ihren Arbeiten in Bernau gehören unter anderem die überlebensgroße Bronzeplastik „Familie" (1977) im Puschkinviertel sowie die Skulptur „Stehendes Paar" (1983) im Stadtpark. Am 24. Oktober 2025 wurde im Puschkinviertel, unweit der „Familie"-Skulptur, eine Gedenktafel feierlich eingeweiht. Sie würdigt sowohl Schötschels künstlerisches Schaffen als auch ihr beispielhaftes Engagement für eine inklusive Gesellschaft. Die Tafel ist barrierefrei gestaltet und enthält Texte in Leichter Sprache, Braille-Schrift sowie taktil erfahrbare Grafiken.
Sie markiert den 52. FrauenOrt im Land Brandenburg und zugleich den ersten im Landkreis Barnim. Gefördert wurde die Tafel durch den Landkreis Barnim sowie die Stadt Bernau bei Berlin.
Die Tafel ist ein deutliches Zeichen für gleichberechtigte Erinnerungskultur und die Sichtbarkeit weiblicher Lebensleistungen mitten in Bernau.
Das Projekt „FrauenOrte im Land Brandenburg" vom Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.V. (FPR) macht den Beitrag von Frauen zur Brandenburgischen Landesgeschichte sicht- und hörbar. Mit Gedenktafeln im ganzen Land, einer Webseite und Hörspaziergängen bieten sie Einblicke in die Geschichte von insgesamt 52 Frauen und Organisationen aus den Bereichen Politik, (Land-) Wirtschaft, Kunst, Medizin, Soziales, Bildung und Wissenschaft. Sie sollen heute in Brandenburg lebende Menschen inspirieren und Mut machen.