12.10.2026
Schutzraum und Stärkung: Wie ein Workshop in Bernau Frauen im Umgang mit Gefahren schult
Pressemitteilung 431/2026 der Stadt Bernau bei Berlin
Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sind Themen, mit denen sich vor allem Frauen oder geschlechtliche Minderheiten immer wieder beschäftigen. In Zeiten, in denen Menschen aufgrund ihres Geschlechts immer wieder Angriffen ausgesetzt sind, spielt Prävention eine große Rolle. In Kooperation mit dem 1. JuJutsu-Verein Bernau hat die Stadt Bernau am 11. Oktober einen Workshoptermin angeboten, um mit Frauen sowie Minderheiten, die immer wieder Gewalt erfahren, den Umgang in Gefahrensituationen zu trainieren.
Egal, welche brenzlige Situation: Immer ist es wichtig, in den Akutsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und adäquat zu reagieren, um Gewalt - wenn möglich - zu vermeiden. "Im Rahmen unserer vielfältigen Angebote gegen Gewalt an Frauen wurde uns gegenüber immer wieder der Wunsch geäußert, an Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskursen teilzunehmen. Der angebotene Kurs war innerhalb kurzer Zeit ausgebucht, was den Bedarf sehr deutlich macht", so Bernaus Gleichstellungsbeauftragte Fanny Behr.
„Die Workshops sollen ein geschützter Raum für Frauen und geschlechtliche Minderheiten wie Nicht-Binäre oder Transpersonen sein. Sie erleben im privaten wie öffentlichen Raum häufiger Anfeindungen und Abwertungen. Mit dem Angebot möchten wir Betroffene bestärken", ergänzt Fanny Behr.
Allein im Sommer kam es in Brandenburg zu drei schweren Gewalttaten gegen Frauen, die sich jeweils im Rahmen von Beziehungstaten ereigneten. Aber auch Frauen, die sich ehrenamtlich oder politisch engagieren, erleben zunehmend Anfeindungen, Hass und Gewalt im Amt. An sie richtet sich das Workshopangebot ebenso, um ihre physischen und psychischen Grenzen zu wahren, ihre Handlungsfähigkeit in eskalierenden Situationen zu sichern, ihr Sicherheitsgefühl zu stärken und nicht zuletzt dem schleichenden Rückzug von Frauen aus der demokratischen Mitwirkung entgegenzuwirken.
Mit den Kursleitenden Katy Franke und Sascha Omidi lernten die Teilnehmenden Techniken zur Gefahrenabwehr. Sie lernten das Täterdreieck kennen und übten ihre Stimmen zu nutzen, um auf sich bzw. eine gefährliche Situation aufmerksam zu machen. "Täter lassen eher von ihren Opfern ab, wenn diese zum Beispiel laut schreien und auf sich aufmerksam machen", berichten die Trainerin und der Trainer aus Untersuchungen zum Thema. Mit den Teilnehmenden haben beide die drei Säulen der Selbstverteidigung besprochen und auch anhand praktischer Übungen verdeutlicht. Neben zahlreichen Hintergrundinformationen zu Themen wie Notwehr und Körpersprache, persönliche Distanzen sowie den Einsatz der Stimme wurden Abwehrübungen, Schlag- und Befreiungstechniken trainiert.
Die Veranstaltung wurde durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg (MASGZ) gefördert.
Ein weiterer Kurs ist für November geplant, aber ebenfalls bereits ausgebucht.