19.01.2026
Museumsgeschichten aus Bernau: Die Märklin Eisenbahn
Pressemitteilung 20/2026 der Stadt Bernau
Jedes Museum steckt voller Geschichten. Spannende, kuriose, rührende Ereignisse verbergen sich hinter den Ausstellungsstücken im Museum im Steintor, im Museum im Henkerhaus und im Stadtarchiv. In der Serie „Museumsfundstück des Monats" stellt das Team des Museums Bernau jeweils ein Objekt in den Mittelpunkt und erzählt seine Geschichte.
Die Märklin Eisenbahn
Ausstellungsobjekt der Spielzeugausstellung
Wer dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum wieder keine Spielzeugeisenbahn gefunden hat, für den könnte ein Besuch im Henkerhaus die Lösung sein. In der aktuellen Sonderausstellung „Von Eisenbahn und Puppenstube — eine Reise durch die Spielzeuggeschichte" im Museum im Henkerhaus können Besucherinnen und Besucher eine fast hundertjährige Märklin-Eisenbahn entdecken, deren älteste Teile aus dem Jahr 1928 stammen.
Die ausgestellten Spur‑0‑Schienen und mehrere der Wagen wurden von der Firma Märklin gefertigt, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin gegründet wurde. Anfangs produzierte das Unternehmen Puppenküchen, Miniaturkutschen und Puppenkinderwagen. Eine entscheidende Rolle spielte dabei seine Frau Caroline Hettich, die als Handelsreisende die Produkte in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz bekannt machte. Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1866 führte sie die Firma über zwei Jahrzehnte erfolgreich weiter, bevor sie sie 1888 an die Söhne Eugen und Karl übergab.
1891 stellten diese die erste Spielzeugbahn mit Schienenanlage vor, betrieben durch ein aufziehbares Uhrwerk. Damit begann der Aufstieg Märklins zu einem der bedeutendsten Hersteller von Spielzeug- und Modelleisenbahnen – ein Schwerpunkt, der bis heute das Unternehmen prägt.
„Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die noch fahrtüchtige E‑Lok des Modells RV890, die zwischen 1932 und 1939 produziert wurde. Sie funktioniert ebenfalls über ein Uhrwerk mit Spiralfeder und wird mit einem Vierkantschlüssel aufgezogen. Trotz ihres Alters von rund 90 Jahren fährt sie zuverlässig über die historischen Gleise. Viele Besucherinnen und Besucher staunen, wie robust und lebendig diese Technik geblieben ist: Sobald die Lok ihre Runden dreht, weicht jede Skepsis einer spürbaren Begeisterung – selbst bei Kindern, die mit ganz anderen Spielwelten aufwachsen", so Museumsmitarbeiter Leo Grabsch.
Die Spielzeugausstellung „Von Eisenbahn und Puppenstube – Eine Reise durch die Spielzeuggeschichte" kann bis einschließlich 16. Februar 2026 immer dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, samstags, sonntags sowie feiertags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr im Museum im Henkerhaus, Am Henkerhaus 1, besucht werden.