10.06.2026
Bürgerinnen und Bürger forschen im Tiny Forest
Pressemitteilung 227/2026 der Stadt Bernau bei Berlin
Seit 2024 wächst mitten in der Stadt ein 590 Quadratmeter großes Wäldchen heran, welches jetzt zum Zentrum einer Citizen-Science-Aktion wurde.
Am Dienstag, dem 9. Juni, haben sich im Tiny Forest mehrere Bürgerinnen und Bürgern eingefunden, um gemeinsam wissenschaftliche Daten im Kleinbioptop am Blumenhag zu erheben. Neben interessierten Erwachsenen waren am Nachmittag auch Kinder vor Ort. Ausgestattet mit Zollstock, Becherlupen und Bestimmungstabellen für Bodenbewohner und Bestäuberinsekten untersuchten sie das kleine Waldstück.
„Bei der Insektenzählung setzen wir uns an unterschiedlichen Stellen hin, dann nehmen wir uns zehn Minuten Zeit und dokumentieren alle Insekten, die wir in dieser Zeit an diesem Ort sehen können", erklärt Bruno Göbel, Projektmanager des MIYA forest e.V. Ihm ist wichtig, dass bei der Erfassung das Smartphone in der Tasche bleibt und die Teilnehmenden lediglich ihre Sinne nutzen, um ihre Umgebung zu scannen. Um auch Infos über Bodenbewohner zu erhalten, sind auf der Fläche zwei Betonplatten platziert. Für die Erhebung werden diese kurz angehoben und die Teilnehmenden dokumentiere rasch welche Tierchen sie entdecken können.
Die Umweltmanagerin der Stadt, Andrea Liebner, war ebenfalls vor Ort und zählte im Rahmen ihrer Erhebung an ihrem Standort mehrere Marienkäfer, eine Wildbiene und unzählige Blattläuse. Die erhobenen Daten wurden über ein Tablet in eine Datenbank eingetragen. Sie fließen in die Earthwatch-Plattform ein und stehen dann als Daten über die Entwicklung der Tiny Forests zur Verfügung.
Die Projektverantwortlichen sind zufrieden, wie das kleine Wäldchen wächst und sind begeistert von der Artenvielfalt. „Ursprünglich hatten wir nur Gehölz gepflanzt und jetzt wachsen hier unzählige Wildkräuter wie Schafgarbe, Beifuß und Spitzwegerich, aber auch seltene Gewächse wie die Großblütige Königskerze und der Große Bocksbart", sagt Stefan Scharfe, einer der Vorstände des Vereins. Begeistert geht er durch die Gewächse und macht auf die Raupe eines Schwalbenschwanzes aufmerksam. Er lobt zudem das große Plakat, das die Stadt kürzlich in der Nähe platziert hat, um über den Tiny Forest zu informieren.
Am Nachmittag kamen insgesamt 17 Hortkinder von der Grundschule am Blumenhag. Einige von ihnen waren bei der großen Pflanzaktion 2024 dabei und haben so miterleben können, wie das Wäldchen langsam gedeiht. Zusammen mit den Projektverantwortlichen führten sie ebenfalls die Datenerhebung durch. Um das Thema Umweltbildung für die jungen Forscherinnen und Forscher unterhaltsam zu gestalten, hatten Bruno und Stefan auch ein Aufwärm- und Bestäubungsspiel sowie ein DIY-Projekt zu Samenkugeln vorbereitet.
Umgesetzt wird das Projekt Friedenswäldchen der Stadt Bernau in Zusammenarbeit mit der KARUNA Sozialgenossenschaft und dem Verein MIYA forest e. V. Es ist eine Maßnahme im Rahmen des Labels „Stadtgrün naturnah" und wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.