Kinderfilmfest mit Kult-Film sowie Film- und Kinderfete
In der Woche vom 15. bis 20. September findet das 17. Kinderfilmfest des Landes Brandenburg in Bernau statt. In dessen Rahmen wird für die interessierte Öffentlichkeit am Mittwoch, dem 17. September, 19 Uhr in der Stadthalle der DEFA-Film „Berlin – Ecke Schönhauser“ aus dem Jahr 1957 gezeigt. Anfangs mit einem hohen Publikumszuspruch bedacht, wurde er später aus dem Filmrepertoire der DDR gestrichen und blieb bis 1989 ungezeigt. Inzwischen hat er Kult-Status erreicht und wurde von Filmhistorikern und -journalisten im Verbund Deutscher Kinematheken als einer der 100 wichtigsten deutschen Filme ausgewählt. Schauplatz sind die U-Bahnbögen der Schönhauser Allee. Eine Gruppe Jugendlicher trifft sich allabendlich an der „Ecke Schönhauser“. Sie verbindet ein zu eng gewordenes Elternhaus und die Sehnsucht nach der großen Freiheit. Doch wie diese aussehen soll, wissen sie nicht. In jedem Fall gehören das schnelle Geld, das auch schon einmal eine Westmark sein kann, dazu. Was anfangs mit solchen Mutproben wie dem Einschmeißen einer Straßenlaterne beginnt, entwickelt sich schnell zu dunklen Schiebergeschäften, die im Mord enden. Die Flucht nach West-Berlin wird für einen der Freunde zur tödlichen Falle. Der Film entwickelt in Bildern, Sprache und Milieubeschreibungen ein konkretes Colorit der Stadt Berlin in ihrer Zweiteilung und Grenzziehung Ende der 1950er Jahre. Zwei Hauptdarsteller werden Gäste des Abends sein – Ilse Pagé und Ernst-Georg Schwill, die im Film „Berlin – Ecke Schönhauser“ am Anfang ihrer Filmkarrieren standen. Im Gespräch mit beiden Schauspielern ist der Filmjournalist und Moderator Knut Elstermann, bekannt als einer der renommiertesten Filmkritiker aus Radio, Fernsehen und Presse. Seinen Abschluss findet das Kinderfilmfest mit der Film- und Kinderfete unter dem Motto „Aus dunklen Räuberwäldern hinaus in die bunte Welt“ am Samstag, dem 20. September, ab 14 Uhr in der Stadthalle und im Külzpark. Zu Beginn wird der preisgekrönte und zauberhafte Zeichentrickfilm „Die drei Räuber“ (Deutschland 2007) auf der Leinwand zu sehen sein. Und danach geht es ab in den Külzpark an der Stadtmauer. Während sich die Eltern und Großeltern nach den heldenhaft absolvierten Räuberabenteuern der letzten 75 Minuten bei einer Tasse Kaffee wieder stärken können, erhalten ihre wagemutigen Kinder Gelegenheit, das Räuberleben fortzusetzen oder sich für ein solches zünftig auszustatten, ob nun durch das Anfertigen von Räuberkleidung einfachster Art, den Bau von Räuberlaternen und bunten Traumfernrohren oder das Anfertigen von Geldbeuteln für die großen und kleinen Schätze, die sich durchaus auch auf diesem Fest erbeuten lassen – ganz offiziell und legal. Die Buchillustratorin und Grafikerin Anke am Berg wird so manches freche Räubergesicht aufs Papier bannen, Seifenblasenfeen verzaubern das Publikum und das Räubertanzbein kann geschwungen werden. Der Musiker und Moderator Tom Tom hat dafür das entsprechende Räuberlied parat. Wer will, kann gleich als Räuber verkleidet kommen – ob klein oder groß, ob Kind oder vermeintlich erwachsen. Willkommen ist jeder.