Mobilitätskonzept 2030 für Bernau in Arbeit

Quo vadis Bernau? Die Stadt wächst, der Verkehr auf den Straßen wird nicht weniger. Wie aber soll das in zehn Jahren aussehen? Wird es dann noch mehr Autos geben oder ist Bernau dann noch fahrradfreundlicher? Wo sollen die Schwerpunkte gelegt werden? Wie ist Mobilität für alle möglich?

Fragen über Fragen. Antworten darauf sucht eine neu gegründete Lenkungsgruppe zur Erstellung eines Mobilitätskonzeptes 2030. Mitte März hat sich die Gruppe zu einer ersten Zusammenkunft im Bürgersaal des Neuen Rathauses getroffen. Ihr gehören Vertreter aller Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie des Landkreises, der Barnimer Busgesellschaft, der Straßenmeisterei Biesenthal, des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), des ADAC, der AG Rad und des Behindertenbeirates an.

„Ziel ist es, das Verkehrssystem in Bernau so zu gestalten, dass es den Ansprüchen einer wachsenden Stadt gerecht wird und Mobilität garantiert“, so Bürgermeister André Stahl.

Die Stadtverordnetenversammlung hat die Verwaltung beauftragt, ein Verkehrskonzept für die Stadt und ihre Ortsteile erstellen zu lassen. Den Zuschlag dafür erhielt im Rahmen eines Vergabeverfahrens das Planungsbüro SVU Dresden. Die Verkehrsexperten präsentierten nun ihre Bestandsaufnahme sowie mögliche Zielstellungen und Leitlinien für die Mobilität in Bernau bis zum Jahr 2030.

Festgestellt haben sie unter anderem, dass der Radverkehr in Bernau in den letzten Jahren zu- und der Fußverkehr abgenommen hat. Immer wieder komme es zu Problemen zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern. Die Bernauer fahren auch gern Auto. So werden Distanzen zwischen drei und fünf Kilometern überwiegend per Auto zurückgelegt. Überdurchschnittlich stark gewachsen ist die Zahl der zugelassenen Pkw, viel zu hoch die Zahl der Unfälle. Von 2017 bis 2019 wurden durchschnittlich 1.253 Unfälle pro Jahr registriert, 82 davon per Rad. Bei 12 Prozent aller Unfälle und bei 70 Prozent der Radunfälle wurden Menschen verletzt. „Da besteht großer Handlungsbedarf“, sagte Projektleiter Tobias Schönefeld. Er attestierte der Stadt eine gute „Grundversorgung“ im öffentlichen Personennahverkehr. Bezüglich innovativer Mobilitätsangebote kann Bernau mit drei verschiedenen Car-Sharing-Angeboten und dem Fahrradparkhaus punkten. In der Innenstadt gibt es ein Parkleitsystem und stehen etwa 2.600 öffentliche Pkw-Stellplätze zur Verfügung.

Derzeit machen sich die Mitglieder der Lenkungsgruppe mit der Bestandsanalyse vertraut und diskutieren die vom Büro vorgeschlagenen Zielstellungen und Leitlinien unter Mottos wie „Bernau bewegt sich sicher“, „Bernau bewegt sich stadtverträglich“ und „Bernau und die Wirtschaft“. Anschließend werden konkrete Maßnahmenvorschläge zur Umsetzung der zuvor festgelegten Ziele erarbeitet. Geplant sind auch öffentliche Workshops, in denen die Bürger über den Stand der Dinge informiert werden und Vorschläge einbringen können. Bis zum Jahresende soll das Konzept stehen und dann im ersten Quartal 2022 der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

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